
Es ist jetzt zwar schon eine Woche her, trotzdem soll hier noch kurz die Erinnerung an das letzte Wochenende, an unseren Trip nach Triest und Udine, wachgerufen werden!
Unterwegs waren wir - das heisst ich und mein Mitbewohner - auch dieses mal wieder mit dem guten alten
W123. Ich würde zwar gerne mal wieder eine Zugreise unternehmen, doch aus dem Bahnland Schweiz ist man sich schon andere Zustände gewöhnt was das Reisen auf Schienen anbelangt. Ich meine, Triest ist knapp 90km von Lju entfernt, und der Zug braucht dafür fast 3 Stunden.. Mit dem Auto gehts da natürlich schon schneller!
Das tollste an diesem Weekend-Trip war, dass wir einen 'local guide' hatten. Eine Kollegin, die mit mir den Sprachkurs gemacht hatte und in Triest wohnt, wollte uns unbedingt ihre Stadt zeigen, und auch das Problem der 'accomodation' kam gar nicht auf, da wir im früheren Zimmer ihrer älteren Schwester übernachten konnten!
Wir wurden also von ihr, wie es sich gehört natürlich in einem Fiat 500, an der Grenze abgefangen und fuhren dann zu ihrem Haus, welches etwas ausserhalb von Triest liegt (wir befürchteten schon in einen Hinterhalt zu gelangen und bereiteten uns mental darauf vor.. dies war dann aber glücklicherweise nicht der Fall.)
Nach einem guten italienischen Espresso gings los auf die Sightseeing-Tour: Wir wanderten in der nähe des
Castello Duino dem Rilke-Pfad entlang (der hat mal kurz dort gelebt), besuchten das aus habsburgischer Zeit stammende (und von Kaiserin Sissi besuchte)
Castello Miramare und schauten uns natürlich auch in der Stadt selbst um.
Am Abend dann kam der Vorteil des 'local guide' noch besser zum Vorschein. Denn, wo geht man in den Ausgang in einer fremden Stadt, die zudem nicht allzu gross ist? Auch darüber mussten wir uns keine Gedanken machen, sondern zogen mit meiner Kollegin und ihren Freunden einfach das typische triester Ausgangsprogramm durch! Das heisst, wir brausten zuerst zu viert im Fiat 500 zu lauter 90ies Dance Musik durch die Stadt und gönnten uns ein Appéritiv im Café Walter.
Danach kam der absolute Höhepunkt des Weekends: Zum Nachtessen besuchten wir eine Osmizza. Etymologisch stammt dieser Begriff vom slowenischen Wort für acht,
osem, und wird in Italien nur im Fraul (beziehungsweise der Region
Friaul-Julisch Venetien - Geschichtsinteressierte sollten auf den Link klicken!), aufgrund der geografischen Nähe zu Slowenien, verwendet. (In Slowenien gibts das Wort auch, bloss mit 'c' anstatt 'zz'). Eine Osmizza ist eine Art Restaurant bei privaten Leuten, welches traditionellerweise nur an acht Tagen im Jahr, und zwar im Herbst, geöffnet hat. Gemäss meinen Nachforschungen war es in früheren Zeiten den Bauern jeweils an diesen acht Tagen nach der Weinlese (und dem Herstellen des feinen Prosciutto) erlaubt, diese Produkte in einer Art Festwirtschaft günstig abzugeben. (Der Brauch der Osmizza schein übrigens mit dem sogenannten 'echten'
Heurigen im deutschsprachigen Raum, insbesondere in Österreich, verwandt zu sein.) Es gab also echt guten Rotwein und eine feine Fleischplatte und dazu Brot. Wir sassen draussen an langen Tischen und einige sangen italienische Volkslieder und begleiteten diese auch auf der Gitarre. Die Stimmung war einfach super, so richtig dolce vita.
Weiter ging der Abend, beziehungsweise die Nacht, noch in einem anderen Restaurant, welches ein Oktoberfestzelt aufgestellt hatte... auch entdeckt dort hab ich übrigens den sehr empfehlenswerten Grappa di Vino Terrano. Nach einer langen Nacht, wo ich aufgrund der Fremdsprachenunkenntnis der Italiener in allen mir auch nur minim bekannten Sprachen zu sprechen versucht habe, gingen wir spät zu Bett.
Gegen Mittag des nächsten Tages gings dann weiter nach Udine, der grössten Stadt der Region. Hier haben wir vor allem den sonnigen Tag genossen, und uns dann auf den Rückweg nach Ljubljana gemacht, der uns durch die Ausläufer der Alpen (mit entsprechendem Potential zum sich-verfahren) führte.