
Wir - das heisst meine beiden Mitbewohner und ich - haben uns während der letzten Woche entschlossen, am Wochenende einen Ausflug nach Kroatien - genauer nach Istrien - zu unternehmen. Am Samstag Morgen gings los, aufstehen um 6.30 Uhr (so früh bin ich schon lange nicht mehr aufgestanden..) Im alten sehr stylischen Mercedes W123 von meinem Mitbewohner sind wir losgerollt, Richtung Süden. In Lju ist je noch eine Kollegin von mir und von meiner Mitbewohnerin zugestiegen.
Die erste Station hiess Koper an der slowenischen Adriaküste. Hier wird die ganze internationale Seefracht von und nach Slowenien umgeschlagen. Die Stadt selbst ist okay für einen Kurzbesuch, speziell jedoch nicht. Deshalb sind wir dann schon bald nach Piran weitergefahren. Dies ist die zweite slowenische Stadt mit Meeresanstoss - unter politikinteressierten vor allem bekannt wegen dem anhaltenden Grenzstreit mit Kroatien, der im Zuge der des Beitrittsprozesses von Kroatien in die EU eine neue Dimension erhalten hat.
(Ganz kurz um was es geht: Bekanntlich gehört jeweils ein bestimmter Meeresstreiffen an der Küste zum Hoheitsgebiet des jeweiligen Landes, weiter draussen sind dann internationale Gewässer. Da Slowenien (wie auf der Karte oben ersichtlich) nur über einen kleinen Zugang zum Meer in der nordöstlichen Ecke der Adria verfügt, schneiden sich die Hoheitsgebiete Italiens und Kroatiens, bevor das slowenische Hoheitsgebiet die internationalen Gewässer erreicht. Nach slowenischer Auslegung sollte aber die Grenze so gezogen werden, dass auch für Slowenien ein Korridor zu internationalen Gewässern besteht, damit die Frachter, welche slowenisches Land - sprich Koper - anlaufen wollen, nicht zuerst die Hoheitsgebiete eines anderen Landes durchqueren müssen. Da nun Slowenien bereits EU-Mitglied ist, hat es wie jedes andere EU-Land ein Vetorecht bezüglich dem Beitritt neuer Mitgliedsstaaten und blockiert deshalb momentan des Aufnahmeverfahren für Kroatien. Falls sich in dieser Sache eine Lösung abzeichnet werde ich dies hier mitteilen..)
Für mich war es sehr spannend sich die Bucht von Piran mit dem Hintergrund dieser diplomatischen Querelen um den Grenzverlauf selbst 'live' anzusehen. Man sieht von Piran aus bei gutem Wetter auch nach Italien und Kroatien rüber - und kann sich etwa vorstellen wie die Grenzen im Meer gezogen sind, damit es für Slowenien eben nicht aufgeht.
Nachdem wir uns Piran angesehen haben - ebenfalls eine ansehnliche Stadt aber nach einem Besuch muss man nicht unbedingt wieder kommen - sind wir nach Kroatien weitergefahren. Leider waren wir aufgrund von Visaproblemen von da an nur noch zu dritt, doch dass wir auch so gefahren sind hat sich wirklich sehr gelohnt! Die erste Station war Porec, eine sehr schöne Stadt am Meer. Das Wetter war viel besser als in Slowenien und es war dort schon mindestens 5 Grad wärmer. Auch die Landschaft hat unglaublich schnell gewechselt: Während man in Slowenien manchmal auch meinen könnte in Österreich oder sogar der Schweiz zu sein, war das Klima in Koratien sofort viel maritimer und die Vegetation weniger üppig und grün.
Noch am selben Tag gings weiter nach Rovinj, mein persönliches Highlight dieser Reise. Die Alstadt liegt auf einer Landzunge, die ins Meer hinaus läuft. Die Athmospäre ist relaxt und die Architektur der Stadt sehr malerisch. Das Essen in einem der vielen Fischrestaurants an der Küste war super und obwohl sich die Preise in der kroatischen Währung 'Kuna' nach viel anhören, war es natürlich sehr preiswert. Zum Übernachten haben wir über eine kleine Agentur ein Zimmer in der sehr zentral gelegenen Wohnung einer älteren Frau gefunden, für welches wir zu dritt um die 60 Euro für die Nacht bezahlt haben. Diese Art 'Privathotel' scheint übrigens in Kroatien sehr verbeitet zu sein und ich kann dies nur empfehlen! Nach dem Essen haben wir eine gemütliche Bar in der Altstadt gefunden, wo wir den Abend mit kroatischem Grappa (ich hab mir an einem Stand am Strassenrand eine kleine Flasche gekauft - ist echt lecker) und kroatischem (und belgischem - Stella Artois!) Bier ausklingen liessen.
Pula war unser Ziel am nächsten Tag. Die Stadt ist schon wegen dem römischen Amphitheater aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. einen Besuch wert! Am Nachmittag - die kroatische Herbstsonne gab ihr Bestes - gönnten wir uns noch einige ruhige Stunden am Strand und im Meer. (Obwohl ich in diesem Jahr das Meer zuvor schon zwei mal gesehen hatte - im Frühling in der Toskana und im Sommer im Libanon - war dies nun Mitte September unerwarteterweise meine erste Abkühlung im salzigen Nass).
Den Heimweg traten wir gegen Abend an. Die ganze Tour war gut 500 km lang - zwar etwas viel für zwei Tage, aber wenn man nur ein Weekend Zeit hat ist das die einzige Möglichkeit Istrien wirklich zu erkunden. Kroatien - wo ich zum ersten Mal war - hat mir super gefallen. Während der nächsten Monate hier werd ich sicher ein paar weitere Kunas investieren und nochmal runterfahren!
PS: Fotos zum Trip finden sich auf Flickr.
Klingt nach einem gemütlichen Weekend.
ReplyDeleteHast du dir auch schon ein Karlovacko mit Kunas geleistet? ;)
Ja war wirklich toll! Ein Karklovacko hatte ich noch nicht, dafür ein Ožujsko ;-) Hoffe auf deinem Blog gibts noch einen Bericht zum Okkervil River Konzert!
ReplyDeletedas toent wirklich super (aaaah ich vermisse ae, oe, ue :)). dein blog ist sehr interessant zum lesen, uebrigens :)
ReplyDeleteMerci :-) Deiner auch, soviel ich bis jetzt gesehen habe (Ich glaube, wenn das so weitergeht werden Blogs die direkte interpersonale Kommunikation ganz ersetzen :-P)
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