Da Ljubljana total eine Studentenstadt ist, scheint man als Angehöriger dieser doch speziellen Gruppe sogar ein paar Privilegien zu geniessen, zum Beispiel wenns ums Essen geht. In Lju gibt es keine Mensen (das ist glaub ich die Mehrzahl von 'Mensa') und ich denke, wenn es solche gäbe, würde ich wohl nicht hingehen, da ich mir irgendwie nicht vorstellen kann, dass die wirklich gut wären (das hat überhaupt nichts mit Slowenien zu tun, ich hab nur in meinem Leben bis anhin noch nie eine wirklich gute Mensa gefunden). Ausgehend von dieser Situation müssen sich die Leute der Uni (der Stadt?, der Regierung?) gedacht haben: machen wir das Beste draus! Und das Beste in dieser Situation ist definitiv das System der berühmt-berüchtigten Food-Coupons!
Wie läuft das mit den Food-Coupons? Nun, zuerst hat man eine der vier Büros der Studentenorganisation aufzusuchen, welche über die Stadt verteilt sind. Danach stellt man sich in eine Reihe, die zuweilen ziemlich lang sein kann. Während dem Warten begutachtet man dann (vor allem als Neuling) mal eine Liste von etwa 200 Restaurants, welche alle diese Food-Coupons als Bezahlungsmittel akzeptieren. Ein Food-Coupon kostet meistens zwischen zwei und vier Euro und - so wird einem gesagt - man kriegt damit ein vollwertiges Mahl.
So weit so gut, doch für welches der 200 Restaurants soll man sich entscheiden? Zwar steht jeweils die Adresse neben dem Namen des Restaurants geschrieben. Doch, nach einer Woche alle Strassennamen zu kennen, ist etwas viel verlangt. Dieses Problem diskutiere ich während dem Anstehen mit einem anderen Erasmusstudenten aus Deutschland, der zuvor ebenfalls etwas unglaubwürdig die lange Liste der Restaurants betrachtet hat. Wir entscheiden uns, die Auswahl gutgläubig dem Typen hinter dem Verkaufsschalter zu überlassen. Danach sind wir an der Reihe: "Wie viele Coupons wollt ihr?" - "Keine Ahnung, ich nehm mal zehn.." (zur Erklärung: man darf höchstens für jeden Arbeitstag einen Coupon kaufen, das wären dann so um die 20 pro Monat). Nachdem wir dem Verkaufstypen erklärt haben, dass wir überhaupt keine Ahnung haben und er für uns die Auswahl treffen soll werden wir gefragt was für Essen wir den mögen. Italienisch? Asiatisch? Fast Food? .. Wir entscheiden uns für die 'von allem ein Bisschen' - Version. Die Coupons werden ausgedruckt. Für 10 Coupons bezahl ich nicht mal 30 Euro.
Ich vertraue der Sache noch immer nicht so und mach darum heute die Probe aufs Exempel. Nachdem ich (endlich) meine Studentenkarte hab abholen können will ich also mal den Food-Coupon gegen Essen eintauschen. Ich hohl die Coupons hervor, check die Adressen, und hab natürlich keine Ahnung wo die Restaurants sind. Glücklicherweise kenn' ich schon die Orte mehrerer ungeschützer Wireless-Spots in Ljubljana (davon gibts viele - Smartphone-User sind dankbar!). Google Maps wird geckeckt und danach geht los. Unter dem Restaurant-Namen 'Da Bu Da' kann ich mir zwar nicht wirklich etwas vorstellen, aber es scheint ziemlich in der Nähe zu sein..
Das Restaurants macht einen supermodernen Eindruck.. sieht sogar recht teuer aus. Kein Problem, ich hab ja den Food-Coupon. Die Küche ist übrigens Vietnamesisch (!) Nach dem Vorweisen des Coupons kann ich aus etwa je fünf Tages- und Wochenmenus auswählen. Ich entscheide mich für Nudeln mit Rindfleisch. Davor gibts eine Gemüsesuppe und Salat vom Buffet. Das Essen ist exzellent und mehr als ausreichend. Dazu trinke ich einen sehr erfrischenden türkischen Ice-Tea. Das ganze Essen ist im Coupon inbegriffen - ich bezahle also irgendwie vier Euro dafür. Bloss das Getränk ist seperat; 1.30 Euro. Ich würde sagen, dem- oder derjenigen, der/die die Idee zu diesen Food-Coupons hatte, sollten der Nobelpreis und ein Oscar und noch ein paar andere Preise verliehen werden!
(Dieser Post hat mehr Zeit beansprucht als ich dachte. Aber die Food-Coupons haben echt soviel Platz in meinem Blog verdient. In fünf Stunden heissts aufstehen und dann gehts auf einen Weekendtrip zuerst nach Piran an der slowenischen Adriaküste und dann runter nach Kroatien! Davon dürfte dann der nächste Eintrag handeln..)
Ciao Simu. Hab über Luuke grad Deinen Blog gefunden und gelesen. Hey, das mit den Foodcoupons ist ja eine einmalig gute Sache! Echt der Hammer, warum gibts das in der Schweiz nicht... Muss man eigentlich den Studi-Ausweis vorlegen oder wie funktioniert das? Gruss Äirini
ReplyDeleteJa ich will auch Food-Coupons in Bern, Basel, Zürich, Paris, London.....
ReplyDeleteÜberiss dich nicht!
scheint so als wollt ihr alle in einem kommunistischen Staat leben. Ich war gerade mit ein paar Polen unterwegs und hab da eine Stories, unteranderem mit Foodcoupons, gehoert!
ReplyDeleteNaja, kommunistisch nein, foodcoupons ja. In Polen, hat mir mal eine Polin erzählt, haben sie Hamster, die, eingesperrt in Hamsterräder-Hallen, die Lichter der Stadt produzieren. Hamster sind nachtaktiv, das ist nämlich der Trick, da braucht man Licht. Aber am Tag fällt dann oft der Strom aus. Das hat damit zu tun, dass die Hamster, obwohl sie unter künstlichem Licht gehalten werden und so jederzeit einsatzfähig wären, irgendwie doch einen richtigen Tag-Nacht-Rhythmus haben und so steigt dann einer und der andere aus und geht schlafen und der Strom ist dann halt auch weg. So ist das.
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